Ein Mobiltelefon (schweizerdeutsch Natel) ist ein kleines, tragbares Funk-Telefon. Bis zum Beginn der 1990er Jahre wurde das Autotelefon ebenfalls als Mobiltelefon bezeichnet.
Die größten Mobilfunkhersteller weltweit sind Audiovox, BenQ (ehemals Siemens Mobile), Kyocera, LG, Motorola, Nokia, Panasonic, Samsung, Sagem, Sanyo, Sharp, SK Teletech und Sony Ericsson. Alcatel wird aus dem Geschäftsbereich Mobiltelefone aussteigen. Siemens hat den Bereich bereits verkauft, wobei die Marke Siemens noch verwendet werden darf.
Satellitentelefone beruhen auf einer anderen technischen Basis, werden aber ebenfalls zu den Mobiltelefonen gezählt.
Wie das drahtgebundene Telefon besteht das Mobiltelefon aus einem Lautsprecher, einem Mikrofon, einem Bedienteil (Tastatur und Anzeige) und einer Steuerung (meist ein Microcontroller). Die Displays sind heutzutage bereits kleine Computerbildschirme. Zusätzlich hat es einen Funkteil (Sendeempfänger und Antenne) und eine eigene Stromversorgung (meist einen Akkumulator). Generell ist zum Betrieb eine SIM-Karte notwendig, die zur Identifizierung gegenüber dem Mobilfunknetz genutzt wird.
Wie alle Geräte mit integriertem Computer ist auch ein Mobilfunktelefon nicht frei von Softwarefehlern. Bislang sind einige wenige Handyviren für Symbian-basierende Geräte bekannt, die Anzahl wird aber steigen. Vermeintliche Viren, die in der Lage sind, Mobiltelefone lahmzulegen, basieren meist auf Softwarefehlern. Gefahren bestehen v.a. in Form vonSchadprogrammen, welche sich in Dienstmitteilungen unter falschen Namen ausgeben oder durch so genanntes Bluejacking, welches Fehler in der Bluetooth -Implementierung ausnutzt. Es empfiehlt sich, Bluetooth nur bei Bedarf einzuschalten oder sich zumindest für andere unsichtbar zu machen. Unerwartete Bluetooth-Nachrichten sollten einfach abgewiesen werden.
Der Mobilfunk fand vor allem durch die GSM-Netze für Handys Mitte der 1990er Jahre starke Verbreitung.
Dadurch ist er aber auch zu einem gesellschaftlichen Phänomen (Handy-Etikette, "Lästigkeitsfaktor" bei öffentlichen und privaten Feiern und Veranstaltungen) geworden. Auch im Straßenverkehrsrecht hat die Nutzung des Mobilfunks ihre Spuren hinterlassen. Über eine Regelung wird festgelegt, unter welchen Voraussetzungen das Handy während der Autofahrt benutzt werden darf, um so die Sicherheit des Straßenverkehrs zu gewährleisten. Im Bereich der Medizin wird über mögliche Gesundheitsschäden durch die elektromagnetischen Wellen derMobiltelefone und Mobilfunksender diskutiert. Bedingt durch diesen Diskurs über Elektrosmog und das immer dichter geknüpfte Netz des Mobilfunk nehmen auch die politischen Auseinandersetzungen über Mobilfunkmasten zu. Nicht zuletzt haben Mobilfunkmasten, die oft aus technischen Gründen an exponierten Lagen aufgestellt werden, Einfluß auf das Landschaftsbild und werfen so neue Fragen für Politik undRaumplanung auf.
Das drahtlose Fernsprechen wurde spätestens in den 1990er Jahren mit dem Aufkommen des GSM-Netzes, günstigeren Gesprächstarifen und der massenhaften Verbreitung in der Bevölkerung zu einem bedeutenden und profitablen wirtschaftlichen Faktor. Größtenteils privateMobilfunkgesellschaften konkurrieren seither um Marktanteile in einem stark boomenden Sektor. Die Mobilfunktechnologie spielte eine besondere Rolle in der Entwicklung derNew Economy und bei der Schaffung zahlreicher neuer Arbeitsplätze. Geplante Steuern auf Handymasten lösen in Österreich Kontroversen aus.
Durch das Vermieten von Flächen an geeigneten Objekten für die Montage von Mobilfunkantennen können Einnahmen erzielt werden, die unter anderem zum Unterhalt des Bauwerks herangezogen werden können. Auf diese Weise können zum Beispiel historisch bedeutende Sendetürme sehr wirtschaftlich als technisches Denkmal erhalten werden. So wird zum Beispiel der Sendeturm desSenders Gleiwitz , des letzten noch bestehenden aus Holz gebauten Sendeturms durch Vermietung von Montagemöglichkeiten für Antennen für Mobilfunk gedeckt. Gleiches gilt für den Sendemast inDobl (Steiermark).
Grob unterschieden werden Einwegesystem (Simplex) und Mehrwegesysteme (Halb-Duplex und Duplex). Bei Einwegesystemen ist nur der Empfang (Funkruf) oder seltener nur das Senden (Rundfunk, autonome Pegelstandsmelder der Wasserwirtschaft, Wetterstationen oder auch"Abhörwanzen") möglich. Bei Mehrwegesystemen kann das Endgerät sowohl senden als auch empfangen. Ist dies gleichzeitig möglich (wie bei Mobiltelefonen), so spricht man von Vollduplex.
Mobilfunk unterteilt sich in einen öffentlichen und einen nicht öffentlichen Teil.
Unter den nicht öffentlichen Mobilfunk fällt zum Beispiel der Flugfunk, der CB-Funk und der Betriebsfunk (diese überraschende Zuordnung des CB-Funks entstammt der offiziellen DBP-/Telekom-Systematik).
Das Spektrum der Nutzer des Betriebsfunks reicht von der Polizei (Polizeifunk), der Feuerwehr (BOS-Funk) über Verkehrsbetriebe (zum Beispiel Flugfunk) und Taxi-Unternehmen bis zu privaten Unternehmen, beispielsweise des Baugewerbes.
Als CB-Funk (Citizens Band Radio, "Bürgerfrequenzband", Jedermann-Funk, Bürgerfunk) bezeichnet man einen Funk im 11-Meter-Band auf insgesamt 80 Kanälen 26,565 MHz bis 27,405 MHz. Die Reichweite liegt bei etwa 10 - 15 km bei der höchstzulässigen Ausgangsleistung. Der Betrieb von mobilen Anlagen (insbesondere in Kfz) ist in Deutschland seit 1975 genehmigungs- und gebührenfrei.
Der Amateurfunk ist privater Funkverkehr, der das erfolgreiche Ablegen einer Prüfung voraussetzt, die zu einer staatlichen Genehmigung (Amateurfunk-Lizenz) führt. Jedem Funkamateur ist ein Rufzeichen zugeteilt, das aus einer 3-6-stelligen Buchstaben-Ziffern-Kombination besteht und dessen erste Stellen den jeweiligen Staat angeben. Die Frequenzen für Funkamateure sind international vereinbart.
Entsprechend der benutzten Frequenz kann jeder Punkt der Erde erreicht werden, zum Teil unter Verwendung von Amateurfunksatelliten. Die Nutzung ist jedoch nur für rein private Zwecke erlaubt; das Austauschen von politischen Informationen ist zum Beispiel verboten. In den USA waren die ersten Funkamateure bereits 1911 aktiv, heute weltweit über eine Million, davon 78.000 in Deutschland (Stand 12/2003).
Die öffentlichen Mobilfunknetze werden unter anderem von der Telekom AG, vormals Deutsche Bundespost TELEKOM, zur Verfügung gestellt. Sie können von jedermann benutzt werden. Die öffentlichen Mobilfunknetze sind die Funktelefonnetze, die Funkrufnetze, das Rheinfunknetz und das [1] Seefunknetz.
Die Funktelefonie (drahtloses Fernsprechen, Funkfernsprechen) basiert auf dem Prinzip des Fernsprechens, welches folgende drei Schritte umfasst:
Die Übertragung des Fernsprechsignals kann oberirdisch als Freilandleitung, unterirdisch als Kabel, im Inlandsverkehr drahtlos über Richtfunkstrecken oder im Überseeverkehr drahtlos überKommunikationssatelliten (Nachrichtensatelliten) erfolgen. In Berlin standen 1989 2.700 analoge Telefonkanäle über Kupferkabel, 28.800 digitale Telefonkanäle über Glasfaserkabel, 18.240 analoge und 2.160 digitale Telefonkanäle über Richtfunkstrecken zum Fernnetz des Bundesgebietes zur Verfügung.
In der Geschichte des Telefons seit 1950 gibt es in der BR Deutschland öffentliche Funktelefonnetze, doch dienten sie in der Regel nur speziellen Zwecken. Das A-Netz (ab 1958) und das B-Netz (1972 bis 1994) sowie C-Netz werden nicht mehr angeboten.
Derzeit sind die Funktelefonnetze im GSM-Standard und UMTS-Standard D-Netz 900 MHZ (Anbieter: T-Mobile Deutschland und Vodafone D2) und E-Netz1800 MHZ (Anbieter: E-Plus und O2 (Germany), ehem. Viag Interkom) auf dem Markt.
Das Öffentliche bewegliche Landfunknetz (Autotelefon, öffentlicher beweglicher Landfunkdienst, öbL) ist ein "öffentliches Funknetz für Nachrichtenverbindungen von beweglichen Funkstellen untereinander und mit Endstellen des öffentlichen Fernsprechnetzes". Die in einem solchen Netz gebotenen Dienste heißen "öffentliche bewegliche Landfunkdienste".
Mit dem Landfunknetz ist es möglich, über ein Autotelefon In- und Auslandsgespräche über das öffentliche Fernsprechnetz herzustellen: "Der Verbindungsaufbau von einem Teilnehmer des Fernsprechnetzes zum PKW-Teilnehmer erfolgt über die gewöhnlichen Vermittlungseinrichtungen, eine Überleitvermittlung (die in das Funknetz überleitet) sowie über diejenige Landfunkstelle, die dem PKW-Teilnehmer geographisch am nächsten liegt". Die Fahrzeuge müssen mit einer Sprechfunkanlage ausgerüstet sein und sich im Versorgungsbereich einer festen Landfunkstelle befinden. Vorlage:Navigationsleiste Mobilfunknetze
Daneben existieren und existierten auch noch satellitengestützte Mobilfunknetze. Der Nutzen dieser Systeme, obwohl sie weltweit funktionieren, ist wegen unhandlicher und teurer Endgeräte und hoher Gesprächskosten nur in speziellen Bereichen sinnvoll. Es etabliert sich aber immer mehr durch bessere Technik und günstigerer Preise dort wo keinFestnetz oder terristrisches Mobilfunknetz vorhanden ist, so z.B. im Nahen Osten
Cityruf ist ein Funkrufdienst der DeTeMobil GmbH, Bonn, vormals Deutsche Bundespost TELEKOM, mit zellularer Struktur, bei dem Mitteilungen per Funk von der Cityruf-Sendestelle zum tragbaren Cityruf-Empfänger übertragen werden. Der öffentliche Cityruf-Probebetrieb wurde im November 1988 in Berlin und Frankfurt/Main aufgenommen, im März 1989 wurde Cityruf offiziell als Dienstleistung der Deutschen Bundespost TELEKOM eingeführt. Am 31. Dezember 1988 gab es 333 Teilnehmer inBerlin und 603 Teilnehmer in Frankfurt am Main . Cityruf wird nicht bundesweit flächendeckend, sondern in so genannten Rufzonen ausgestrahlt. Der Einzugsbereich einer Rufzone entspricht etwa einer Großstadt.
Im Cityruf gibt es drei Typen von Cityruf-Empfängern: Nur-Ton-Empfänger, Numerik-Empfänger und Alphanumerik-Empfänger. Die Eingabe erfolgt abhängig von der Rufklasse des Empfängers mit verschiedenen Zugangs-Rufnummern über das normale Telefon mit einem besonderen Eingabegerät (zum Beispiel Mehrfrequenztonsender), überTelex, Teletex oder Internet ( e*Cityruf). Für die Eingabe von numerischen oder alphanumerischen Mitteilungen steht auch eine Handvermittlung zur Verfügung. Die Rufabsendung erfolgt über die Vorwahl 0164 plus <Rufnummer>. Bis Ende 1989 sollten alle Landeshauptstädte und alle Städte über 100.000 Einwohner an das Cityruf-Netz angeschlossen sein.
Der Chaos Computer Club (CCC) und die holländische Computer-Zeitung »Hacktik« wiesen 1991 nach, dass Cityruf-Meldungen mit geringem Aufwand von beliebigen Dritten im Klartext gelesen werden können.
Inmarsat-Paging ist ein weltweiter Rufdienst via Satellit.
Fast alle neueren Mobiltelefone enthalten einen Interpreter für die Programmiersprache Java in einer Minimalausgabe (Mobile Information Device Profile, MIDP), die aber die wesentlichen Funktionen von Java enthält. Eine wachsende Szene von Programmierern versorgt die Benutzer mit Freeware, Shareware und kostenpflichtigen Spielen.
Mobiltelefone in Europa funktionieren heutzutage nach dem GSM-Standard. Sie benutzen Frequenzen um 900 MHz (D-Netz) beziehungsweise 1800 MHz (E-Netz). Neuere Triband-Handys können zusätzlich noch auf 1900 MHz operieren, diese Frequenzen werden jedoch nahezu ausschließlich in denUSA genutzt. Während die Basissstationen für Mobiltelefone Sendeleistungen um 50 Watt haben, kommen Mobiltelefone mit Sendeleistungen von max. 2 W (D-Netz) beziehungsweise 1 W (E-Netz ) aus. Für die Übertragung wird als Modulationsart GMSK (Gaussian Minimum Shift Keying, eine weiterentwickelte, optimierte Version derFSK) verwendet.
Die nächste Generation der Mobilfunkgeräte befindet sich in der Markteinführung. Es gibt zwei konkurrierende Standards, Universal Mobile Telecommunications System UMTS als eine Weiterentwicklung des GSM-Standards und CDMA2000 als Weiterentwicklung des besonders in den USA weit verbreiteten CDMA-Standards. Beide arbeiten bei Frequenzen um 1800 bis 1900 MHz, benutzen viele kleine Funkzellen und sind für höhere Datenübertragungsgeschwindigkeit und höhere Nutzerzahl optimiert. Wegen der kleineren Funkzellen und bedingt durch weiterentwickelteModulationsverfahren konnte die Sendeleistung der Mobiltelefone gegenüber GSM nochmals reduziert werden.
Nach Einzug der solarbetriebenen Handy-Ladestationen wurde bereits im Jahr 2001 ein Solarhandy von der südkoreanischen Firma "CR Telecom" vorgestellt. Die Ladezeiten entsprachen in etwa den Gesprächzeiten, ein effektives Laden der Handys war aber nur bei einfallendem Sonnenschein möglich.
Im selben Jahr stellte das "Fraunhofer Institut für solare Energiesysteme" den Prototypen eines "Siemens C25"-Handys mit solarbetriebenem Akku vor. Diese neuartigen Module waren zwar kostengünstig, aber auch diese lieferten zu wenig Energie für Gesprächzeiten.
Im Jahr 2004 gelang den Siemens-Forschern ein Durchbruch bei der Steigerung des Wirkungsgrades sogenannter "organischer" Solarzellen. Diese Solarzellen können, im Gegensatz zu herkömmlichen Siliziumzellen, durch ihre Flexibilität auf Folien gedruckt werden und so als Solarmodule an fast jede beliebige Form angepasst werden. Sie sind leichter, billiger und ausdauernder und sollen eine Betriebsdauer von etwa zehn Jahren besitzen.
Eigentlich jedes Mobiltelefon kann heute auch Kurzmitteilungen versenden. Die erste short message, wurde im Dezember 1992 von einem PC an ein Mobiltelefon im Britischen Vodafone-Netz gesendet. Fälschlicherweise hat sich für die Kurzmitteilungen der Name SMS eingebürgert, obwohl das Kürzel SMS den Trägerdienst bezeichnet (short message service). Der richtige Name für die Kurzmitteilung wäre SM.
Ursprünglich als reines "Abfallprodukt" kostenlos angeboten, entwickelte sich der SMS zum Ertragsbringer Nr. 1 der Netzbetreiber. Im Jahr 2003 wurden in Europa über 16 Milliarden Kurzmitteilungen pro Monat versendet. Bei einer gründlichen Betrachtung überrascht der Erfolg dieses Dienstes nicht, weil er in der Kombination mit einemHandy sehr viel gebrauchstauglicher nutzbar ist als seine inzwischen fast schon vergessenen Vorgänger, die digitalen Funkmeldeempfänger (u. a. PAGER).
Weiterentwicklungen des SMS existieren unter dem Namen Enhanced Message Service (EMS) und Multimedia Messaging Service (MMS). Der MMS bietet die Möglichkeit, mit einem Mobiltelefon multimediale Nachrichten (Videos, Bilder, Ton und Text) von bis zu mittlerweile 500KB zu anderen mobilen Endgeräten zu versenden. MMS ist nicht kompatibel zu SMS oder EMS, Endgeräte müssen MMS explizit unterstützen. Aktuelle Endgeräte bieten meist optional oder fest eingebaut eine Kamera, um mit dem Endgerät selbst Bilder oder Videos aufzunehmen.
Seit 2002 werden immer mehr Mobiltelefone mit integrierter Kamera ausgestattet. Bei diesen Fotohandys befinden sich die Bildaufnahmegeräte meist an der Rückseite des Mobiltelefons. Jedoch ließ die Qualität der ersten Kamerahandys sehr zu wünschen übrig. Seit Mitte2004 können jedoch einige Modelle mit einfachen Digitalkameras mithalten. In Deutschland war das Sharp GX 30 das erste Fotohandy mit einer 1-Megapixel Kamera. Das Siemens S65 war erstmals mit einer 1,3-Megapixel-Kamera ausgestattet. Die integrierte Kamera konnte schon Bilder mit bis zu 1280 × 960 Bildpunkten aufnehmen. Vor allem bei hellerer Umgebung können ausreichend gute Bilder gemacht werden. Bei Dunkelheit erhalten die Bilder allerdings ein starkes Farbrauschen, da ein integrierter Blitz fehlt (jedoch als ansteckbares Zubehör erhältlich).
Seit neuestem können auch Videos, meist begrenzt auf bis zu 30 oder 60 Sekunden, aufgenommen werden. Die Qualität von Videos mit Fotohandys ist verglichen zuCamcorderfilmen i.d.R. stark unterdurchschnittlich. Auch Videos mit sehr schlechter Qualität von bis zu 176 × 144 Pixel können derzeit (Stand 2005) aufgenommen werden.
Mobilfunkgeräte mit 2-Megapixel-Kamera sind u.a. das Sharp TM200 von T-Mobile, das UMTS-Handy Sharp V902 von Vodafone und das K750i von SonyEricsson.
Die fotografierten Bilder werden auf dem Mobiltelefon gespeichert und können als Multimedia-Nachrichten (MMS) versendet werden. Dabei fallen Gebühren an, die zur Zeit bei etwa 30 bis 100 Eurocent pro MMS liegen. Je nach Telefontyp können diese Bilder auch als E-Mail, über Infrarot, mit Hilfe von Bluetooth versendet oder über ein USB-Kabel übertragen werden. Viele Telefone sind nicht auf einfache Bilder beschränkt.
Auf der Cebit 2005 wurde mit dem Samsung SCH-V770 das erste 7-Megapixel-Handy der Welt vorgestellt. Es handelt sich bei dem Gerät eher um eine Digitalkamera mit Mobiltelefon, denn das SCH-V770 hat Weitwinkel- und Televorsatzlinsen, einen eingebauten optischen 3-fachen Zoom, zudem kann Schärfe, Brennweite (7,8 bis 23,4 mm) und die Verschlusszeit (von 15s bis 1/2.000 s) eingestellt werden. Die Vorderseite sieht aus wie ein Handy, während die Rückseite die meisten Digitalkamera-Funktionen beherbergt.
In Asien sind Mobiltelefone mit integrierter Kamera schon lange verbreitet. Im Jahr 2004 waren bereits 87% aller verkauften Handys mit einer Kamera ausgerüstet (Quelle: [1]). Handykameras machen es auch möglich, auf Produkten aufgedruckte QR Codes zu lesen, die in Japan als mobile Internetlinks z.B. für die Teilnahme an Gewinnspielen beliebt sind.
Zunehmend verbieten jedoch größere Firmen ihren Mitarbeitern, Mobiltelefone mit Kamerafunktion auf das Werksgelände zu bringen. Vor dem Hintergrund der immer besseren Auflösung der Handykameras stellt dies insbesondere im Bereich der Werksspionage ein Sicherheitsrisiko dar.
Seit Anfang 2004 sind auch Mobiltelefone mit integriertem MP3-Player und Radio im Handel erhältlich. Zum Beispiel das Motorola E398, das Sharp V902, das Sony Ericsson K700i oder das Siemens SX1 haben diese Funktion. Mit diesen Smartphones können Musikdateien wie bei einem MP3-Player auf den Gerätespeicher geladen werden. Mobiltelefone der neuesten Generation, die neben einer Megapixel-Kamera auch Multimediafunktionen wie Musikwiedergabe und Videoaufnahme und -wiedergabe bieten, wie z.B. das Sharp TM 200, das Sony Ericsson K750i und das Nokia 6230i, bieten die Möglichkeit, die Speicherkapazität mittels einer einer Speicherkarte erheblich zu erweitern, je nach Model bis zu mehreren GB.
Bei vielen Handys ist es möglich, Daten per seriellem oder USB-Kabel, via Infrarot oder Bluetooth auf den Computer und zurück zu übertragen. Dadurch ist es möglich, das Telefonbuch zu synchronisieren, im Internet (via WAP oder Mobile HTML) zu surfen oder Bilder und Klingeltöne auf das Handy zu übertragen. Eine Übertragung von Java-Programmen (v.a. Spiele) wird von praktisch allen Herstellern erlaubt, wobei nicht jedes Java-Programm mit jedem Handymodell kompatibel ist.
Für den Mobilfunkdienst Push-to-talk (Drücken um zu sprechen), der es ermöglicht, kurze Sprachnachrichten an einzelne Nutzer oder Gruppen zu versenden, werden spezielle Handys benötigt, die diese Funktion unterstützen. Den Dienst gibt es in den USA seit 1998 im Mobilfunknetz Nextel. In Deutschland funktioniert der Service derzeit nur bei T-Mobile. Für diese Funktion, die seit Mitte 2004 in einigen Mobiltelefonen, wie zum Beispiel in das Nokia 6260 oder Siemens CX 70 u.a. eingebaut wurde, wird das GPRS-Netz zur Datenübertragung genutzt, wobei Kosten entstehen (Tagesnutzungsgebühr 1 €). Die Funktion ist mit der vonWalkie-Talkies vergleichbar: Nach dem Drücken einer Sprechtaste wird eine Sprachnachricht von einer begrenzten Dauer (von 30 Sekunden) übertragen. Dabei ist es möglich, die Nachricht an bis zu 10 Personen gleichzeitig zu senden.
Inzwischen verfügen alle neu auf den Markt gebrachten Mobiletelefone über Java-Unterstützung (auf CLDC bzw. MIDP-Basis), was sicherlich als eine der populärsten Anwendungen von Embedded Java gelten darf. Das Angebot an Programmen, sogenannten Midlets, reicht von einfachen Utensilien, wie Taschen- und Währungrechnern, bis hin zu aufwändigen Spielen (in der neuesten Generation auch mit 3D-Grafik).
Viele Netzbetreiber bieten nur Mobiltelefone an, die mit einer speziell für sie angepassten Software ausgestattet sind (Branding oder Customization). Dabei werden Funktionen des Telefons erweitert, entfernt oder verändert. Z.B. werden Kunden durch zusätzliche Menüeinträge zu teuren, kostenpflichtigen Internet-Verbindungen animiert. Produktbeschreibungen des Herstellers und Testberichte beziehen sich jedoch auf das Gerät ohne Anpassungen, insofern es nicht exklusiv für einen Netzbetreiber entwickelt worden ist.
Die Bezeichnung Handy stammt aus der Unterscheidung der beiden militärisch genutzten Motorola-Produkte auf dem Gebiet der mobilen Funkgeräte. Das Rucksackfunkgerät wurde „Walkie-Talkie“ genannt, das Handsprechfunkgerät „Handie-Talkie“. Erstaunlicherweise hat sich eine Verschiebung des Wortes „Walkie-Talkie“ auf Handsprechfunkgeräte derCB-Funk-Klasse ergeben.
Das Wort „Handy“ als Bezeichnung für ein Mobiltelefon ist ein Scheinanglizismus, es wird im englischsprachigen Raum nicht als Bezeichnung für ein Mobiltelefon benutzt. Englischsprachige Begriffe für ein Mobiltelefon sind cell(ular) phone, mobile phone oder einfach nur portable oder mobile.
Die Bezeichnung „Mobiltelefon“ rührt daher, dass es ein bewegliches (griechisch für mobil) Telefon ist. Vor allem im amerikanischen Sprachraum wird es (wörtlich übersetzt) als „Zell-Telefon“ bezeichnet, weil man sich mit dem Telefon von einerFunkzelle in die nächste bewegt und so ein Übertragungssystem aus Funkzellen genutzt wird.
Von einigen — u.a. vom Verein Deutsche Sprache — wird die eingedeutschte Schreibweise Händi empfohlen. Sie hat sich allerdings bisher nicht durchsetzen können.
Handys sind bekannt als:
Derzeit ist die Mobiltelefonindustrie eine wachsende Branche: Alleine im Jahre 2003 stieg die Zahl der verkauften Handys um 23,3% auf 533 Millionen. In den Jahren zuvor wurden noch nie mehr als 500 Millionen Mobiltelefone in einem Jahr verkauft. Damit profitierten die Hersteller der Geräte von einer starken Nachfrage vor allem in den SchwellenländernAsiens und Osteuropas. Außerdem ersetzten im Jahre 2003 viele Nutzer ihre alten Handys durch moderne Geräte.
Die Industrieländer gelten jedoch mittlerweile als gesättigte Märkte, auch wenn versucht wird, durch neue Verkaufsideen für hochwertige Handys (integrierteDigitalkameras, MP3-Player und Farbdisplay) Konsumenten zu gewinnen. Die Netzbetreiber, in Deutschland z.B. die Deutsche Telekom, Vodafone, E-Plus und O2 , verkaufen subventionierte Geräte, um Marktanteile zu gewinnen. In den Jahren 2003/04 gab es vor allem eine große Nachfrage nach günstigen Einsteigerhandys. InSchwellenländern, wie der Volksrepublik China, Indonesien, Indien, Russland und Brasilien , haben die Verkäufe 2004 die Erwartungen der Hersteller weit übertroffen. In diesen Ländern sind vor allem äußerst preiswerte Modelle gefragt. Hier unterbieten sich einige Hersteller mit abgespeckten Handymodellen gegenseitig. Billigste Einsteigergeräte bieten die Unternehmen Konka für 48 € in China und Motorola für 40 € in Indien und Indonesien.
Weltmarktführer bei den Handys ist das finnische Unternehmen Nokia mit einem Weltmarktanteil von 33% im Jahr 2004. Jedoch fiel bei Nokia der Nettogewinn im Schlussquartal 2004 um 13 Prozent geringer aus als ein Jahr zuvor. Vor allem die asiatischen Hersteller, wieLG Electronics, Bird, Haier, Konka, Spice Telecom und TCL, holen in Bezug auf den Marktanteil auf. Hinter Nokia erzielen Siemens und Samsung am Gesamtmarkt die höchsten Gewinne. Bei Samsung, weltweit die Nummer drei, sank jedoch die Gewinnmarge von 13% im dritten auf 3% im vierten Quartal. Zwischen Herstellern und Netzbetreibern herrscht ein starker Wettbewerb.
Das starke Umsatzwachstum bei Mobiltelefonen, wie es in den Jahren 2002 und 2003 war, flaut derzeit ab. 2004 hat sich das Wachstum auf 32% fast halbiert. Für 2005 wird nur noch ein weltweites Wachstum von 8% erwartet. Es scheint schon jetzt so, als müssten sich die Mobiltelefonhersteller 2006 ebenfalls auf einstellige Wachstumsraten einstellen. Der Mengenabsatz werde zwar weiter steigen, aber die Gewinnmargen bleiben unter Druck. Selbst in den Großstädten neuer Märkte, wiePeking und Jakarta, scheint sich schon 2005 eine leichte Sättigung bemerkbar zu machen.
Besonders kräftiges Wachstum verzeichneten Anfang 2005 die sogenannten Smartphones, also Handys mit PDA-Funktionalität. Der Absatz dieser Geräte kletterte bereits 2004 um 181 Prozent auf 9,6 Millionen.
Mobiltelefone sind beliebte Diebesobjekte, wobei nicht nur angeschaltete, angemeldete Handys interessant sind (da der Dieb mit ihnen ohne eigene Kosten telefonieren kann), sondern auch ausgeschaltete, über diePIN auf der SIM-Karte gesicherte Telefone. Die SIM-Karte kann jederzeit problemlos entfernt werden. Handelt es sich um ein schon entsperrtes Handy, muss lediglich eine neue SIM-Karte eingelegt werden, das heißt die Geräte können also auf dem grauen Markt als vollwertige Hardware angeboten werden (zum Beispiel übersInternet). Um dies zu verhindern, empfiehlt sich das Sichern des Gerätes durch einen sogenannten Sperrcode. Je nach Einstellung wird das Gerät dann nach einer bestimmten Inaktivitätszeit oder dem Ausschalten deaktiviert und ist nur mit Hilfe des Codes wieder zu aktivieren. BeiDiebstahl einer Mobilstation empfiehlt sich also zweierlei:
Handytarife sind Gebühren pro telefonierter Gesprächszeit. Die einzelnen Anbieter (Provider) unterscheiden sich häufig in ihren monatlichen Gebühren, vielfach sind die Handytarife für Gepräche in der Nebenzeit billiger als in der Hauptzeit. Es gibt Angebote mit inbegriffenen Gesprächsminuten sowie verschiedenen Gebühren für Gespräche in verschiedene Netze. Auch unterscheidet man die Taktung, ob kundenfreundlichen Sekundentakt, 10-Sekunden-Takt oder 60/1-Takt, wo der Mobilfunkkunde für die 1 Minute eine volle Gesprächseinheit bezahlt. Gesprächstarife für UMTS Handys sind wegen ihrer höheren verfügbaren Bandbreite (mehr Teilnehmer pro Mobilfunkzelle möglich) in der Regel günstiger als für GSM Handys. Einige UMTS-Anbeiter bieten bereits monatliche Verträge mit unbegrentzter, kostenloser Geschprächszeit an (zwischen UMTS Handys).
Man unterscheidet dabei zwischen Verträgen mit monatlicher Abrechnung (Postpaid) und Vorauszahlung (Prepaid).
In Deutschland gibt es folgende Netzanbieter:
Daneben gibt es noch Serviceprovider, die die Netze der Netzanbieter benutzen.
Auf Druck von Vebraucherschützern und geschädigten Mobilfunknutzern bieten die großen Anbieter wie T-Mobile, Vodafone oder mobilcom neue Tarife (Postpaid) an, die ein Kostenlimit enthalten. Außerdem können Anrufziele blockiert werden, z.B. Sperrung fürMehrwertnummern , wie 0190, 0900, 0137, 0138 Nummern und 118er Auskunftsdienste in Deutschland. Weitere Schutzmöglichkeiten sind u.a. die Sperrung von Auslandstelefonaten, Premium-SMS, MMS-Dienste, GPRS-Dienste, WAP-Gateway, m-pay und Voucher-Aufladungen.
Österreich gehört zu den Ländern mit den niedrigsten Handytarifen. Der Markt in Österreich ist sehr umkämpft und wird momentan von den folgenden Firmen bedient:
Die Tarifvielfalt ist enorm und reicht von Wertkarten über die normale Grundgebühr bis hin zu Inklusivpaketen. In Österreich darf die Telefonnummer zu einem anderen Anbieter mitgenommen werden. Manche Anbieter verrechnen dafür Gebühren.
Bis Anfang diesen Jahres durften nur Verträge mit einer Bindungsfrist von einem Jahr und in manchen Fällen mit 18 Monaten abgeschlossen werden. Mittlerweile gibt es schon Verträge, die wie in Deutschland auf 24 Monate befristet sind.
In der Schweiz gibt es folgende Mobilfunkanbieter:
Die Mobiltelefone stehen im Verdacht, gesundheitsgefährdend zu sein. Obwohl bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine unmittelbar akute oder kurzfristig auftretende Schädigung nachgewiesen ist, sind die möglichen Gefahren ein heiß diskutiertes Thema (siehe auchElektrosmog, elektromagnetische Strahlung). Eine Unschädlichkeit läßt sich aus prinzipiellen Gründen nicht beweisen.
Befürchtete, jedoch bislang nicht wissenschaftlich erwiesene Wirkungen von Mobilfunkstrahlung sind unter anderem Krebserzeugung oder Belastungen des Nervensystems. Auch könnte die Strahlung der Mobiltelefone, wenn sie in der Hosentasche oder am Gürtel getragen werden, Männer unfruchtbar machen, da Spermien durch die Strahlung bewegungsunfähig werden könnten. Die Messungen beruhen jedoch teilweise nur auf ungenauen, unwissenschaftlichen Methoden, teilweise aber auch auf diversen Untersuchungen verschiedenster Universitäten, denen man sicherlich keine Unwissenschaftlichkeit vorwerfen kann, die aber je nach Studien-Design zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Es gibt wissenschaftliche (ernstzunehmende) Hinweise auf potentielle negative Auswirkungen der Handy-Strahlung auf die Samenzellen.
Allgemein wird vermutet, dass Mikrowellenstrahlung die Störung anderer technischer Geräte bewirken könnte, so dass die Nutzung von Mobiltelefonen in sensitiven Bereichen, wie inKliniken oder Flugzeugen teilweise noch verboten ist. Diese Verbote werden aber neuerdings zunehmend gelockert. Auch Personen mit Herzschrittmachern wird von der Benutzung von Mobiltelefonen abgeraten.
Beim Untersuchen der Auswirkungen von Mobilfunkstrahlung sind folgende Frequenzen relevant: Neben der Grundfrequenz von 900 MHz bzw. 1800 MHz kommt noch die Pulsfrequenz von etwa 9 kHz durch die ModulationstechnikTDMA hinzu, außerdem treten Neben- und Oberwellen (Frequenzvielfache) in Sende-Antennen-Nähe auf, deren Bio-Wirkung noch nicht ausreichend erforscht ist.
Mögliche Auswirkungen:
Die verwendeten Frequenzen von 900 MHz beziehungsweise 1800 MHz sind noch weit unterhalb der typischen Ionisierungsenergie typischer Moleküle (mind. 800 THz, also das millionfache), so dass Schädigungen ähnlich wie die durch UV-Strahlung oder Radioaktivität (Sonnenbrand, Krebs) durch diesen Effekt auszuschließen sind.
Im nichtionisierenden Frequenzbereich sorgt die Absorption von Strahlung durch Körpergewebe zu einer Erhöhung der Gewebetemperatur. Die Stärke und der Ort der Erwärmung hängt vomSAR-Wert ab, das ist der Wert, der die Eindringtiefe der Strahlung in das Gewebe beschreibt. Die heutigen Strahlungs-Grenzwerte sind darauf ausgelegt, dass eine maximale Erwärmung von 0,02Kelvin erfolgt. Eine Temperaturerhöhung um 1 Kelvin (Anstieg um 1° C) wird im allgemeinen als unbedenklich angesehen.
(Einfügen: Hot spots)
Der letzten WHO-Studie zu diesem Thema zufolge besteht kein begründeter Zusammenhang zwischen Mobilfunkstrahlung und steigendem Risiko einer Krebserkrankung. Diese Studien werden jedoch ständig wiederholt und überprüft, es gibt kein endgültiges Ergebnis. (siehe englische Wikipedia zu dem Thema)
Der letzten WHO-Studie zu diesem Thema zufolge besteht kein begründeter Zusammenhang zwischen Mobilfunkstrahlung und nervlichen Belastungen. Diese Studien werden jedoch ständig wiederholt und überprüft, es gibt kein endgültiges Ergebnis. (siehe englische Wikipedia zu dem Thema)
Ein Mitschwingen von Körperteilen oder -teilchen auf Eigenresonanzbasis ist bisher auch noch nicht untersucht worden (Geringe Sende-Energie schiebt wie bei einer Gartenschaukel diese immer höher, gefährlicher.).
Die Handy-Nutzung ohne Freisprecheinrichtung ist Fahrzeugführern in vielen Ländern verboten (z.B. Deutschland, Österreich und der Schweiz). Bei Nichtbeachtung desVerbotes werden Bußgelder verhängt. Auch ist vielen nicht bekannt, dass ein Headset nicht in allen Ländern als Freisprecheinrichtung anerkannt wird. Doch selbst mit besagter Freisprecheinrichtung kann ein Fahrer, wie neueste Studien zeigen, erheblich vomVerkehrsgeschehen abgelenkt werden.